Tabea Borchardt
 
 

Vielleicht kann uns das Material noch retten.

(2019, Abschlussarbeit Bachelor of Arts, Folkwang Universität der Künste in Essen)


Bezüge, Einflussnahmen, Abhängigkeiten und Gegenüberstellungen werden in Sammel-surien zu einer Einheit. Verschmelzen in ihrem Wesen. Ordnungssysteme blitzen auf, werden fortgeführt, unterbrochen, wieder aufgenommen. Werden Grundlage oder übertragbares Findbuch. Lassen Konvolute zu Archiven erwachsen und bleiben doch in schöner Vagheit. Ein Knick im Papier, eine abgerissene Ecke, ein verlebtes, wieder verwendetes Material. Ein Mitteilen des Wissens, dass manches Material im Prozess durch ein anderes verdeckt oder gar verletzt wird. Unsichtbarkeiten als Herausforderung der Anschauung und der Ausein-andersetzung. Einbeziehung von Verlust und Vergänglichkeit durch Alterungsprozesse, die sichtbar werden im Material selbst, oder die durch eine Verletzung des Materials gezielt hervorgehoben werden. Wenn das Auge sich nicht am geistig zu verarbeitenden Inhalt orientieren kann, ist die hervorgerufene Haltlosigkeit Aufruf zu einer andersartigen visuellen oder emotionalen Betrachtungsweise. 

 



 
 
 
© Tabea Borchardt
 
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„Von der Möglichkeit, sich mit etwas ab zu finden“ — From the possibility to get away with something. (2018)

Ausstellungsansicht “Der Punkt an dem das Bild an das Reale rührt” (Sanaa Gebäude, Essen, 2018) Maße: ca. 120x60x60cm

Ausstellungsansicht “Der Punkt an dem das Bild an das Reale rührt” (Sanaa Gebäude, Essen, 2018) Maße: ca. 120x60x60cm

 
 
Ausstellungsansicht “Der Punkt an dem das Bild an das Reale rührt” (Sanaa Gebäude, Essen, 2018) Maße: 2,70x2,70 m

Ausstellungsansicht “Der Punkt an dem das Bild an das Reale rührt” (Sanaa Gebäude, Essen, 2018) Maße: 2,70x2,70 m

 

 

 

Ausgehend von Found Footage, Archivmaterialien, Objekten und Gegenständen werden in meinen aktuellen Arbeiten Begriffe des fotografischen thematisiert. Changierend zwischen Feldforschung aufkeimenden autopoetischen Systemen und rizomatischen Gebilden gelangen sie zu variablen Anordnungen und teils festen Ausformungen von Auseinander-setzungen, ausgehend vom Material selbst. Sie bilden in ihrer Gesamtheit eine persönliche Methaper zur Fotografie.


Existent, jedoch nur in endlicher Form sowie in permanenter Latenz vorhanden, ist sie [die Fotografie] für mich eine visuelle Konstruktion, zusammengesetzt aus Seherfahrung, dem Sehen und Gesehenen selbst. Aufgebracht auf eine Oberfläche, um ein zu durchlässig sein des speichernden Ursprungsmaterials (Film, Glas, Code) zu unterbinden und eine solche Sichtbarwerdung überhaupt erst zu ermöglichen, ohne die dem menschlichen Auge die tatsächliche, vermutet-reale Wahrnehmung eines fotografischen Bildes entzogen worden wäre. Der gewissermaßen fluide Zustand einer Fotografie und die Veränderlichkeit innerhalb des Material – unabhängig vom aufliegenden Bild – ist hierbei von Interesse. Ebenso die geschichtliche Verschiebung verschiedener Nutzungspraktiken von fotografischen oder lichtbildnerisch entstandenen Abbildungen im Kontext der Fotografie und nah verwandter Verfahren.

Auslöser für diese Arbeiten war die vermeintliche Klarheit die um den Begriff des fotografischen kreist. Ende und Anfang eines Bildes scheinen definiert, allen Unglaubwürdigkeiten gegenüber diesem Medium zum Trotz, beeinflussen Fotografien oder Abbilder unseren Alltag massiv und meist ohne jegliche Hinterfragung. Im Zusammenspiel mit standarisierten, klassischen Formaten, fotografischen Bildträgern ohne direkt identifizierbare Abbildungen oder durchaus noch bekannte Variablen aus der fotografischen Handhabung (beispielsweise Passepartouts), sowie durch Kombination mit Objekten die auch aus fachfremden Gebieten stammen, sind meine Arbeiten zur Thematik zugleich Versuch und Experiment der Einkreisung des für mich tatsächlichen, fotografischen Begriffes.


Ausstellungsansicht “Der Punkt an dem das Bild an das Reale rührt” (Sanaa Gebäude, Essen, 2018) Maße: 2,30x2,30 m

Objektdetails

Objektdetails

 
 

Ausstellungskatalog: Der Punkt an dem das Bild an das Reale rührt* (Auf Anfrage erhältlich)

 

Bis die Wirklichkeit sich ablöst. (2018)

Bis die Wirklichkeit sich ablöst, collagierte Arbeit als Reproduktion. Edition von 10, signierter C-Print. Erhältlich auf Anfrage.

Bis die Wirklichkeit sich ablöst, collagierte Arbeit als Reproduktion. Edition von 10, signierter C-Print. Erhältlich auf Anfrage.

 

 
 
 

Edition im Zeitungsdruck, Poster (2018)

Edition: Auflage 100, signiert und nummeriert. Druck auf Zeitungspapier. Erhältlich auf Anfrage, je 50,-€

C.A.R. 2019 Präsentationsansicht

 
 
Ausstellungsansicht “Bis die Wirklichkeit sich ablöst” (Museum Temporär, Mülheim an der Ruhr, 2019)

Ausstellungsansicht “Bis die Wirklichkeit sich ablöst” (Museum Temporär, Mülheim an der Ruhr, 2019)

 

Ausstellungsansicht “Bis die Wirklichkeit sich ablöst” (s.o.)

Fotografien © Walter Schernstein

 
 
 

Ausstellungsdetails

 
 

Ausstellungsansicht “Bis die Wirklichkeit sich ablöst”, Museum Temporär, Mülheim an der Ruhr (Nun mehr nur du)

Bunkerstein (2018)

 

Ausstellungsansicht der Arbeit “Bunkerstein” auf der C.A.R. (contemporary art ruhr) 2018. Eine Arbeit, ausgehend von vorherigen Beschäftigungen mit der Geschichte des Ruhrgebietes und der Historie der Region Essen, bedingt durch den 2. Weltkrieg und seine sichtbaren und unsichtbaren Auswirkungen. Die Untersuchung von einem Bunkerbruchstein, eines ehemaligen Hochbunkers an der Margarethenhöhe in Essen, der 2006 gesprengt worden ist.

6 Abbildungen auf Archivalienpapier montiert hinter Glas. Unikate Einzelexemplare.

Im Besitz des Kunstmuseums Alte Post in Mülheim, derzeit Museum TEMPORÄR.

 
 
Contemporary Art Ruhr 2019 Ausstellungsansicht. Die Tischarbeit Stenstraße 1A ist ebenfalls Bestandteil der Installation.

Contemporary Art Ruhr 2019 Ausstellungsansicht. Die Tischarbeit Stenstraße 1A ist ebenfalls Bestandteil der Installation.

 
 
Contemporary Art Ruhr 2019 Ausstellungsansicht

Contemporary Art Ruhr 2019 Ausstellungsansicht