Objekt 1

Objekt 1

 

„Von der Möglichkeit, sich mit etwas ab zu finden“ —From the possibility to get away with something.

Ausgehend von Found Footage, Archivmaterialien, Objekten und Gegenständen werden in me nen aktuellen Arbeiten Begriffe des fotografischen thematisiert. Changierend zwischen Feldforschung aufkeimenden autopoetischen Systemen und rizomatischen Gebilden, gelangen sie zu variablen Anordnungen – und wie im Falle von Objekt 1 festen Ausformungen von Auseinandersetzungen, ausgehend vom Material selbst. Sie bilden in ihrer Gesamtheit eine persönliche Methaper zur Fotografie.

Existent, jedoch nur in endlicher Form sowie in permanenter Latenz vorhanden, ist sie [die Fotografie] für mich eine visuelle Konstruktion, zusammengesetzt aus Seherfahrung, dem Sehen und Gesehenen selbst. Aufgebracht auf eine Oberfläche, um ein zu durchlässig sein des speichernden Ursprungsmaterials (Film, Glas, Code) zu unterbinden und eine solche Sichtbarwerdung überhaupt erst zu ermöglichen, ohne die dem menschlichen Auge die tatsächliche, vermutet-reale Wahrnehmung eines fotografischen Bildes entzogen worden wäre. Der gewissermaßen fluide Zustand einer Fotografie und die Veränderlichkeit innerhalb des Materials – unabhängig vom aufliegenden Bild – ist hierbei von Interesse. Ebenso die geschichtliche Verschiebung verschiedener Nutzungspraktiken von fotografischen oder lichtbildnerisch entstandenen Abbildungen im Kontext der Fotografie und nah verwandter Verfahren.

Auslöser für diese Arbeiten war die vermeintliche Klarheit die um den Begriff des fotografischen kreist. Ende und Anfang eines Bildes scheinen klar definiert, allen Unglaubwürdigkeiten gegenüber diesem Medium zum Trotz, beeinflussen Fotografien oder Abbilder unseren Alltag massiv und meist ohne jegliche Hinterfragung. Im Zusammenspiel mit standarisierten, klassischen Formaten, fotografischen Bildträgern ohne direkt identifizierbare Abbildungen oder durchaus noch bekannte Variablen aus der fotografischen Handhabung (beispielsweise Passepartouts), sowie durch Kombination mit Objekten die auch aus fachfremden Gebieten stammen, sind meine Arbeiten zur Thematik zugleich Versuch und Experiment der Einkreisung des für mich tatsächlichen, fotografischen Begriffes.

Aufsicht Tabea Borchardt 2-web.jpg